deutsche-alzheimer-gesellschaft.de

Die Alzheimergesellschaft hat einen Newsletter versendet, den ich hier veröffentlichen will. Gerade Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen leiden sehr. Viele verstehen nicht, weshalb Besuche ausbleiben. Die Alzeimergesellschaft informiert im Folgenden über derzeit wichtige Themen. Die Geschäftsstelle erreichen Sie telefonisch (030 – 259 37 95 0) und per E-Mail unter info@deutsche-alzheimer.de bis auf weiteres zu den Geschäftszeiten Montag – Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 15 Uhr.

Liebe Leserinnen und Leser unseres Newsletters,

seit Beginn der Corona-Pandemie erreichen uns Tag für Tag neue Nachrichten und wir alle sind zunehmenden persönlichen Einschränkungen ausgesetzt. Für Menschen mit Demenz, die die Situation nicht verstehen und nachvollziehen können, sind die Auswirkungen häufig noch belastender. Besuche werden weniger, liebgewonnene Begrüßungen finden nicht mehr statt, Menschen, die einem vertraut sind, gehen auf Abstand. Sie fühlen, dass ihnen etwas fehlt, sie fühlen sich allein.

Die teils gravierenden Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen sind für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz nur sehr schwer auszuhalten. Schon lange ist es normal und sogar notwendig, dass Angehörige wie auch zusätzliche Betreuungskräfte und ehrenamtliche Besuchsdienste, die Pflegekräfte im Heim unterstützen, die oft unterbesetzt sind und schon mit der Grundpflege an die Grenzen ihrer Kapazitäten gelangen. Und doch: Die drastischen Einschnitte sind leider notwendig um die Zahl der Corona-Neuerkrankungen zu reduzieren.

Allerdings sind die Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen je nach Bundesland unterschiedlich. Hier können Sie sich informieren, welche Regelung für Ihr Bundesland gilt: www.biva.de/besuchseinschraenkungen-in-alten-und-pflegeheimen-wegen-corona/

Eine solche Krise, die wir aktuell erleben, haben die meisten von uns noch nie erlebt. Dies verunsichert und wirkt bedrohlich. Auch Angehörige, die zu Hause pflegen, machen sich Sorgen, die Erkrankten zusätzlich zu gefährden. Selbstverständlich muss die Pflege auch im häuslichen Umfeld weiter stattfinden. Wichtig zu wissen ist: Wenn Sie die jetzt besonders notwendigen Hygienemaßnahmen (z. B. gründliches Händewaschen) beachten und außerhalb Ihres häuslichen Umfeldes Abstand halten, wo es möglich und nötig ist, minimieren Sie das Infektionsrisiko. Informationen zu den richtigen Schutzmaßnahmen und den Anzeichen für eine mögliche Infektion finden Sie auf der offiziellen Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): www.infektionsschutz.de/coronavirus/

In vielen Pflegeheimen wird die Kommunikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Angehörigen per Telefon und Skype unterstützt. Auch Enkelkinder halten per Videotelefonie Kontakt zu den Großeltern, die sie derzeit nicht besuchen können. Fotos, selbst gemalte Bilder oder Sprachnachrichten bringen Grüße von den Liebsten in die Wohnungen.

Es gibt auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie man sich zu Hause gemeinsam beschäftigen und Menschen mit Demenz anregen kann. Musik, gemeinsames Singen oder Musizieren bringen Freude und Bewegung in den Tag. Einfache Musikinstrumente, wie eine Rassel aus Klopapierrolle und Linsen, lassen sich leicht selber bauen.

Auf der Internetseite „Älter werden in Balance“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) findet man eine ganze Reihe von Videos mit Bewegungsübungen, die zum großen Teil auch zu Hause durchgeführt werden können: www.aelter-werden-in-balance.de/online-bewegungsangebote/uebungsvideos/.

Weitere Anregungen finden Sie auch in unserer App „Alzheimer & YOU – den Alltag aktiv gestalten“, die Sie kostenlos auf Ihr Smartphone laden können.
Fürs iPhone: Link zum App Store: „Alzheimer & YOU - Den Alltag aktiv gestalten“
Für Android-Smartphones: Link zum Google Play Store: „Alzheimer & YOU - Den Alltag aktiv gestalten“.

deutsche-depressionshilfe.de

Depression: Immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft! Die andauernde  Beschäftigung mit Negativthemen, wie zur Zeit mit einem gefährlichen Virus, können Depressionen hervorrufen oder verstärken. Soziale Isolation ist ein weiterer Faktor sein, der die Psyche enorm belasten kann. 

Von Montag bis Freitag gibt es ein Info-Telefon: 0800-3344533.

Hier noch ein Auszug von der Internetseite der Deutschen Depressionshilfe, der auf das online-Programm iFightDepression bei leichten Depressionen hinweist:

Aktuelle Änderung aufgrund des Corona-Virus: Normalerweise setzt iFightDepression eine Begleitung durch einen Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten voraus – denn Studien belegen, dass Online-Programme dann besonders wirksam sind. Da viele Patienten durch das Corona-Virus zuhause bleiben müssen und Hausärzte an ihre Belastungsgrenzen stoßen, ist das Programm nun für 6 Wochen auch ohne Begleitung zugänglich. Betroffene können sich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de für das Programm anmelden und werden innerhalb von 24 Stunden freigeschalten.

silbernetz.org

Einfach mal reden. Neben der Telefonseelsorge gibt es nun aufgrund der zunehmenden Einsamkeit älterer Menschen durch das Coronavirus bundesweit die Möglichkeit, eine weitere Stelle für einsame Momente zu nutzen: 0800-4708090. Fantastisch, dass der Berliner Senat die Freischaltung nun für ganz Deutschland ermöglicht.

Wer kümmert sich um Patienten mit Demenz?

Bei dem Krankheitsbild Demenz ist eine individuelle, einfühlsame, vor allem auch geschulte Betreuung enorm wichtig. Noch wichtiger wird sie, wenn sich ein Patient mit Demenz im Ausnahmezustand befindet und Krankenhaus liegt. Er weiß unter Umständen nicht, wo er ist, warum er dort ist und vergisst die Erklärungen des Personals schnell wieder. Falls es überhaupt eine adäquate Ansprache gibt. Leider sieht die Realität oft so aus, dass das Pflegepersonal im Krankenhaus meist mit der Situation überfordert ist. Neben dem geringen Personalschlüssel ist es auch so, dass eine normale Pflegeausbildung nicht ausreicht, um demenziell veränderten Menschen angemessen zu begegnen.

Ich habe es selbst erlebt, dass weder Ärzte noch Schwestern mit einer von mir betreuten alten Dame zurecht kamen, die aus Angst um sich schlug, kratzte und biss. Und das mit einer Schulterfraktur. Mit einer vertrauten Person an der Seite sieht die Situation schon ganz anders aus. Beruhigende Worte, Ablenkung und körperliche Nähe führen schnell dazu, dass die Ärzte ihre Arbeit machen können und der Patient seine missliche Lage besser akzeptieren kann. Das kostet Geld, das leider nicht gezahlt wird. Die Leistung der sogenannten Verhinderungspflege z.B. wird nicht von der Pflegekasse übernommen, wenn ein Mensch im Krankenhaus liegt, dabei ist es doch auch da oder gerade da wichtig, die vertraute Person weiterhin zu sehen, die sich vorher Zuhause gekümmert hat. Und das ist nicht immer ausschließlich und rund um die Uhr ein Angehöriger, sondern das sind meist zusätzlich professionelle Betreuungskräfte, die in solchen Fällen außen vor bleiben.

In einer Klinik, in der es vornehmlich um Effizienz geht, ist für intensive Betreuung, körperliche und geistige Aktivierung keine Zeit. Ein Katheter will schnell gelegt werden, eine Infusion sollte doch eine Sache von wenigen Minuten sein. Nicht bei einem Patienten mit Demenz, den ein Klinikaufenthalt oft völlig aus der Bahn wirft, und zwar nachhaltig.

Die Sendung Panorama hat das Thema Schlecht versorgt-Wie Kliniken an Dementen scheitern beleuchtet und ist noch bis Januar 2017 in der Mediathek abrufbar.

Referenz von Dr. Karim Akerma, Hamburg

Frau Kunow hat sich vor, während und nach meinem Urlaub vorbildlich um meinen Elternteil gekümmert und dabei alle Erwartungen übertroffen. Sie stand jederzeit als äußerst kenntnisreiche und flexible Beraterin und persönlich am Einsatzort zur Verfügung, sodass ich ganz beruhigt außer Landes sein konnte. Ich kann Frau Kunows Dienste als Seniorenassistentin nur wärmstens empfehlen, da sie ihren Beruf auf exzellente und verantwortungsvolle Weise ausübt und weil sie die besondere Gabe hat, sich auf die Wellenlänge der zu betreuenden Person einzustellen.
Dr. Karim Akerma, Hamburg

Mein vergessenes Leben – Filmtipp zum Thema Demenz

Robert Atzorn ist ein Guter, auch das Drehbuch ist gut. Der Krankheit Demenz kann man dagegen wenig Gutes abgewinnen. Man verliert seine Umwelt und nach und nach sich selbst. Es gibt keine Heilung, lediglich Verzögerung. Gerade in jüngeren Jahren trifft es die erkrankten Menschen schwer. Wie bewältigt man den Alltag, wenn man Sekunde für Sekunde spürt, dass man nicht mehr Herr seiner geistigen Kräfte ist. Wie schafft man es, nicht zu verzweifeln. Ich betreue diese besonderen Menschen und liebe jeden Einzelnen von ihnen. Oft lachen wir gemeinsam, manchmal weinen wir. Aber nur kurz. Denn das Leben ist zu kurz zum Weinen. Ich beantworte Fragen, einmal, zweimal, dreimal. So oft, bis mein Gegenüber beruhigt ist, sich entspannen kann und nicht mehr auf der Suche ist.
„So warm, so weich, so schön“. Diesen schönen Satz habe ich heute gehört, als ich bei einer mir ans Herz gewachsenen alten Dame war und ihr den Arm gestreichelt habe. Das sind glückliche Momente, die auch ich genieße. Und ich genieße es, wenn ich Dinge erfahre, von denen ich noch nie etwas gehört habe. „Im Wimperg“. Wissen Sie, was das bedeutet? Ich schon! Denn ich darf mich jeden Tag mit diesen besonderen Menschen umgeben, die mir unglaublich viel beibringen und die mir sehr viel bedeuten. Es gibt unendlich viele Ressourcen, man muss sie nur sehen.
Eigentlich wollte ich einen Beitrag über den gestrigen Film "Mein vergessenes Leben" schreiben, den es nun in der ZDF Mediathek zu sehen gibt.
Herausgekommen sind ein paar wenige Gedanken oder vielmehr Gefühle, die mich jeden Tag begleiten. Manchmal ist es auch Ablehnung, die mir begegnet und wie jeder Mensch, der nach Anerkennung sucht, muss ich erst wieder zu meiner Mitte finden, um zu begreifen, dass nicht ICH gemeint bin und ich nichts falsch gemacht habe, sondern dass der Mensch, der mir gegenüber sitzt, gerade jetzt unzufrieden ist, weil er nicht ausdrücken kann, was er ausdrücken will. Vielleicht ist er auch sauer auf mich, weil ich nicht in der Lage bin zu übersetzen, weil ich nicht verstehen kann.
Die Dankbarkeit, die mir Tag für Tag entgegen gebracht wird, auch von den Angehörigen, macht mich dankbar und glücklich. Natürlich wünschte ich, dass es ein Mittel gäbe, um diese Krankheit auszuschalten. Was passiert, wenn es meine Eltern trifft und sie mich nicht mehr erkennen und ich ihre Rolle einnehmen muss?
Eines weiß ich: Kälte, Sachlichkeit, Vorwürfe. Das braucht kein Mensch, den man liebt.