Hamburger Hausbesuche vorübergehend in telefonischer Form möglich

Der Hamburger Senat hat die Hamburger Hausbesuche, die Seniorinnen und Senioren Informationen zu vielen Angeboten in Hamburg vermitteln, zunächst ausgesetzt. Die Besuchskräfte werden zukünftig einen Telefondienst übernehmen und Sie in ähnlicher Qualität beraten. Sicher macht es einen Unterschied, ob man sich bei einer Tasse Kaffee und einem Klönschnack im Wohnzimmer gegenüber sitzt. Trotzdem sollten Sie dieses für Sie kostenfreie Angebot nutzen.

Falls Sie Interesse an einem informativen kostenlosen Telefonat haben, dann gehen Sie folgendermaßen vor. Sie rufen in der Fachstelle an und bitten um einen telefonischen Hausbesuch. Alles weitere wird Ihnen die Kollegin im Büro erklären. Hier die Kontaktdaten:

Fachstelle Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren
Albertinen Haus - Zentrum für Geriatrie und Gerontologie
Sellhopsweg 18-22   22459 Hamburg
Telefon: 040-55814725

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!
Ihre Sonja Kunow

In Dankbarkeit trauern

Meine sehr geschätzte und fünf Jahre lang von mir begleitete Kundin hat ihr Leben selbstbestimmt im eigenen kleinen Zuhause verbracht und ist dort genauso selbstbestimmt ganz plötzlich verstorben. Mit fast 96 Jahren hat sie es nun geschafft. Bis zuletzt hat sie alles selbst in die Hand genommen, war offen und neugierig. Vor allem hatte sie ein sehr großes Herz.

Trotz meiner tiefen Trauer überwiegt die Dankbarkeit und die Freude an den vielen Erinnerungen unserer Begegnungen, die mich ein Leben lang begleiten werden. Sie war ein großes Vorbild für mich. 

Das Foto zeigt unseren letzten gemeinsamen Ausflug in den Hamburger Michel zu einem russischen Gesangskonzert.

Patientenverfügung in Zeiten von Corona

Die Erstellung einer Vorsorgevollmacht sowie einer Patienverfügung ist immer sinnvoll. Man übernimmt Verantwortung und lässt im Fall einer schwerwiegenden Erkrankung oder eines Unfalls weder Angehörige noch Ärzte mit einer schwierigen Situation allein.

In diesen Zeiten empfiehlt es sich besonders, über eine Patientenverfügung oder eine Ergänzung der Bestehenden nachzudenken. Was passiert, wenn jemand an Covid-19 erkrankt und der Verlauf schwerwiegend sein wird? Wird eine intensivmedizinische Beatmung notwenig sein? Erhalte ich diese aufgrund fehlender Geräte überhaupt? Hier und jetzt ist zu sagen, dass wir in Deutschland gut ausgerüstet sind. Wir haben alle gute Chancen, bestmöglich versorgt zu werden. Was aber, wenn Vorerkrankungen bestehen, die das Risiko enorm erhöhen, an Covid-19 selbst mit Intensivmaßnahmen zu sterben? Viele Fragen und ist es nicht sinnvoll, zu überlegen, was mit einem passieren soll oder überlässt man alles den Ärzten und Angehörigen?

Ich empfehle aus aktuellem Anlass eine Ergänzung zu einer bestehenden Patientenverfügung.

Die Patientenverfügung der Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben (DGHS) bspw. ist so formuliert, dass sich die darin getroffenen Anordnungen (z. B. Verbot einer künstlichen Beatmung) auf einen voraussichtlich unabwendbaren tödlichen Verlauf einer Krankheit beziehen (wie sie z. B. eine fortschreitende Krebserkrankung darstellt).

Somit ist eine vorübergehende künstliche Beatmung bei einer Covid-19-Infektion, die auf eine völlige Heilung der Lungenentzündung abzielt, von dieser Verfügung nicht erfasst, d. h. die Patientenverfügung findet auf eine vorübergehende künstliche Beatmung bei einer Covid-19-Infektion keine Anwendung.

Sollten Sie diese Regelung in Ihrer Patientenverfügung noch einmal besonders hervorheben wollen, empfiehlt die DGHS folgende Formulierung:

Diese Patientenverfügung soll auf eine vorübergehende künstliche Beatmung bei einer Covid-19-Infektion keine Anwendung finden. (aktuelles Datum und Unterschrift bitte nicht vergessen!)

Sollten Sie aber im Fall einer Covid-19-Infektion auf künstliche Beatmung verzichten wollen, womit Sie möglicherweise ein früheres Sterben bewusst in Kauf nehmen, empfehlen wir folgende Formulierung:

Im Falle einer Covid-19-Infektion wünsche ich keine künstliche Beatmung, sondern eine ausreichende palliativmedizinische Versorgung. (aktuelles Datum und Unterschrift bitte nicht vergessen!)

deutsche-alzheimer-gesellschaft.de

Die Alzheimergesellschaft hat einen Newsletter versendet, den ich hier veröffentlichen will. Gerade Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Einschränkungen leiden sehr. Viele verstehen nicht, weshalb Besuche ausbleiben. Die Alzeimergesellschaft informiert im Folgenden über derzeit wichtige Themen. Die Geschäftsstelle erreichen Sie telefonisch (030 – 259 37 95 0) und per E-Mail unter info@deutsche-alzheimer.de bis auf weiteres zu den Geschäftszeiten Montag – Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 15 Uhr.

Liebe Leserinnen und Leser unseres Newsletters,

seit Beginn der Corona-Pandemie erreichen uns Tag für Tag neue Nachrichten und wir alle sind zunehmenden persönlichen Einschränkungen ausgesetzt. Für Menschen mit Demenz, die die Situation nicht verstehen und nachvollziehen können, sind die Auswirkungen häufig noch belastender. Besuche werden weniger, liebgewonnene Begrüßungen finden nicht mehr statt, Menschen, die einem vertraut sind, gehen auf Abstand. Sie fühlen, dass ihnen etwas fehlt, sie fühlen sich allein.

Die teils gravierenden Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen sind für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz nur sehr schwer auszuhalten. Schon lange ist es normal und sogar notwendig, dass Angehörige wie auch zusätzliche Betreuungskräfte und ehrenamtliche Besuchsdienste, die Pflegekräfte im Heim unterstützen, die oft unterbesetzt sind und schon mit der Grundpflege an die Grenzen ihrer Kapazitäten gelangen. Und doch: Die drastischen Einschnitte sind leider notwendig um die Zahl der Corona-Neuerkrankungen zu reduzieren.

Allerdings sind die Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen je nach Bundesland unterschiedlich. Hier können Sie sich informieren, welche Regelung für Ihr Bundesland gilt: www.biva.de/besuchseinschraenkungen-in-alten-und-pflegeheimen-wegen-corona/

Eine solche Krise, die wir aktuell erleben, haben die meisten von uns noch nie erlebt. Dies verunsichert und wirkt bedrohlich. Auch Angehörige, die zu Hause pflegen, machen sich Sorgen, die Erkrankten zusätzlich zu gefährden. Selbstverständlich muss die Pflege auch im häuslichen Umfeld weiter stattfinden. Wichtig zu wissen ist: Wenn Sie die jetzt besonders notwendigen Hygienemaßnahmen (z. B. gründliches Händewaschen) beachten und außerhalb Ihres häuslichen Umfeldes Abstand halten, wo es möglich und nötig ist, minimieren Sie das Infektionsrisiko. Informationen zu den richtigen Schutzmaßnahmen und den Anzeichen für eine mögliche Infektion finden Sie auf der offiziellen Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): www.infektionsschutz.de/coronavirus/

In vielen Pflegeheimen wird die Kommunikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Angehörigen per Telefon und Skype unterstützt. Auch Enkelkinder halten per Videotelefonie Kontakt zu den Großeltern, die sie derzeit nicht besuchen können. Fotos, selbst gemalte Bilder oder Sprachnachrichten bringen Grüße von den Liebsten in die Wohnungen.

Es gibt auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie man sich zu Hause gemeinsam beschäftigen und Menschen mit Demenz anregen kann. Musik, gemeinsames Singen oder Musizieren bringen Freude und Bewegung in den Tag. Einfache Musikinstrumente, wie eine Rassel aus Klopapierrolle und Linsen, lassen sich leicht selber bauen.

Auf der Internetseite „Älter werden in Balance“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) findet man eine ganze Reihe von Videos mit Bewegungsübungen, die zum großen Teil auch zu Hause durchgeführt werden können: www.aelter-werden-in-balance.de/online-bewegungsangebote/uebungsvideos/.

Weitere Anregungen finden Sie auch in unserer App „Alzheimer & YOU – den Alltag aktiv gestalten“, die Sie kostenlos auf Ihr Smartphone laden können.
Fürs iPhone: Link zum App Store: „Alzheimer & YOU - Den Alltag aktiv gestalten“
Für Android-Smartphones: Link zum Google Play Store: „Alzheimer & YOU - Den Alltag aktiv gestalten“.

deutsche-depressionshilfe.de

Depression: Immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft! Die andauernde  Beschäftigung mit Negativthemen, wie zur Zeit mit einem gefährlichen Virus, können Depressionen hervorrufen oder verstärken. Soziale Isolation ist ein weiterer Faktor sein, der die Psyche enorm belasten kann. 

Von Montag bis Freitag gibt es ein Info-Telefon: 0800-3344533.

Hier noch ein Auszug von der Internetseite der Deutschen Depressionshilfe, der auf das online-Programm iFightDepression bei leichten Depressionen hinweist:

Aktuelle Änderung aufgrund des Corona-Virus: Normalerweise setzt iFightDepression eine Begleitung durch einen Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten voraus – denn Studien belegen, dass Online-Programme dann besonders wirksam sind. Da viele Patienten durch das Corona-Virus zuhause bleiben müssen und Hausärzte an ihre Belastungsgrenzen stoßen, ist das Programm nun für 6 Wochen auch ohne Begleitung zugänglich. Betroffene können sich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de für das Programm anmelden und werden innerhalb von 24 Stunden freigeschalten.

silbernetz.org

Einfach mal reden. Neben der Telefonseelsorge gibt es nun aufgrund der zunehmenden Einsamkeit älterer Menschen durch das Coronavirus bundesweit die Möglichkeit, eine weitere Stelle für einsame Momente zu nutzen: 0800-4708090. Fantastisch, dass der Berliner Senat die Freischaltung nun für ganz Deutschland ermöglicht.